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Wenn es Mama zuviel wird: Erste Hilfe Tipps!
Befreiung vom Weihnachtenstress

Oft ist es nicht einfach zu entscheiden, welches Bedürfnis den Vorrang haben sollte, die eigenen oder die der Kinder …

 

Klar, tagtäglich kann man als Erwachsener seine Bedürfnisse zurückstellen, die der Kinder sind zunächst elementar: kein Wesen ist so abhängig wie ein menschliches Neugeborenes.
Direkt nach der Geburt stellen Mütter das momentane Bedürfnis, z. B. zu Duschen oder Tee zu trinken zurück. Noch ist alles ganz auf das Baby ausgerichtet. Es soll sich wohlfühlen. Solange der Kosmos aus einer Mutter und nur einem Kind besteht ist die Selbstversorgung der Mutter in den zeitlichen Lücken (Baby schläft) meist noch ausreichend.
Was aber wenn mehrere Kinder und deren Bedürfnisse, weitere Haushaltsverpflichtungen und später beruflicher Stress oder noch mehr Stress zum Beispiel das bei Müttern ebenso ersehnte wie allseits gefürchtete Weihnachten wieder auf Mama einprasseln?
Irgendwann ist eine Grenze erreicht an der Erschöpfung und Überforderung unmissverständlich ihren Tribut fordern. Du bist ständig müde rastest oft aus, hast kaum noch positive Gefühle oder fühlst Dich ganz leer, liegst nachts wach und denkst nach obwohl Du müde bist, hast einen Horror vor ganz normalen Alltagssituationen, das Gefühl nicht mehr alles zu schaffen, wenig erledigt zu bekommen und einfach nicht gut genug zu sein. Dies ist die Stelle an der wahrscheinlich zunächst die tiefsitzende innere Selbstbewertung aus der Kindheit auf gesellschaftlich entstandene Rollenbilder trifft.
Das Hamsterrad nimmt für jede junge Mutter hier langsam und unmerklich seinen Lauf auf, denn funktionieren wollen bzw. müssen und tradierte Mutterbilder kommen nun oft zusammen zu einem giftigen Stress-Cocktail, der zuerst der Mutter und später unter Umständen auch dem Kind bzw. den Kindern schadet. Bereits als Kind haben viele Mädchen im Grundschulalter die Elternrolle und versuchen der Mutter Last abzunehmen. Auffällig ist, dass diese Kinder dann nicht rebellisch oder aggressiv sind, sondern extrem erwachsen für ihr Alter wirken. Viele Mädchen bilden da schon Antennen für die Gefühle anderer aus, werden Emphaten, viele bekommen ein Helfersyndrom, wollen ihre Leben lang andere retten, so wie sie damals ihre Mutter retten wollten. Das ist eine Überforderung, die ein Leben lang bestehen bleibt, wenn die grundsätzliche psychische Struktur nicht erkannt und geheilt wird. Die Zahl psychisch kranker Mütter in Deutschland ist in den vergangenen acht Jahren um über ein Drittel gestiegen. Die Gründe werden im Aussen gesucht: vor allem wachsender Zeitdruck, die Doppelbelastung in Beruf und Familie und mangelnde Anerkennung ihrer Arbeit macht den meisten Müttern - offiziell - zu schaffen. Dabei steht eine Abgrenzungsunfähigkeit aus den oben genannten ansozialisierten Gründen dahinter. Die meisten Frauen kommen nur erst an die Grenze dieser fehlenden Abgrenzungsunfähigkeit, wenn die Belastung durch die Mutterschaft ins Leben tritt.

 

Hier sagen Experten wir müssen schlicht Nein sagen lernen. Doch so einfach ist es nicht, denn direktes "nein sagen" ist gerade für den emphatischen Helfertyp sehr schwierig und damit die Hürde zu hoch. So schützen Du Dich vor Überforderung und Mutter-Burnout:

Nimm Dir als erste kleine "Notfallselbstversorgung" eine halbe Stunde Zeit und betrachte Deinen Alltag. Schreib auf, wo Du Genuss und Entspannung erlebst.
Wenn Du keine dieser Momente ausmachen kannst, dann steckst Du möglicherweise bereits etwas tiefer in der Burnout-Falle.
Überleg wie Du Dich am ehesten spüren kannst. Ein paar Stunden mit Deinem Partner alleine, natürlich ohne über Kinder, Haushalt und Pflichtenverteilung zu sprechen, ein Wellnesstag mit der besten Freundin, eine Entspannungsmassage, Shoppen, nur für Große, Yoga …

Nun heißt es umlernen: Plane diese Termine mit Dir selbst ein. Mach das Thema zu einem ernsten, regelmäßigen oder zumindest wiederkehrenden Pflichttermin.
Jetzt zum anderen Extrem: Wo erlebst Du immer wieder Stressgefühle?
Schreib diese Momente auf. Sorge genau hier für Entlastung, gib einige von diesen Aufgaben (die am wenigsten Freude machen) ab, an Deinen Partner, eine Freundin, Oma oder im Notfall durch einen Babysitter.
In vielen Famlien ist die Zeit nach dem Abendessen ein regelmäßiger Stressmoment, da müde Kinder auf erschöpfte Eltern stossen. Die Eltern rotieren in ihren Aufgaben: Tisch abräumen, Küche aufräumen, Kinder ins Bett bringen, Schlafanzüge, Zähne putzen, vorlesen... Eigentlich muss alles gleichzeitig passieren und je nach Anzahl der zu versorgenden Kinder und deren Müdigkeit, ist diese Phase des Tages oft mit Gequengel verbunden.
Wenn all das nicht möglich ist, verändere den Ablauf insgesamt so, dass er gut und entspannt zu schaffen ist und spanne Deinen Partner (sofern vorhanden) ein. Ansonsten bitte ganz offen Oma oder eine liebe Freundin ab und zu bei Euch mitzuessen und beim ins Bett bringen und vorlesen zu helfen.
Denke nicht, Du müsstest alles alleine schaffen, wenn Du lange genug über alle möglichen Ressourcen nachdenkst, fällt Dir jemand ein, der bzw. die selbst nicht so überlastet ist und gerne mal einen Helferbesuch abstattet. 

Wenn es sich schon um deutliche Erschöpfungssyndrome und Anzeichen von Depressionen handelt, dann ist eine helfende Hand hier und da als ein Tropfen auf den heißen Stein zu betrachten. Geh zu Deinem Hausarzt und lassen Sie sich eine Mutter-Kind-Kur verschreiben.

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