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Keine Gewalt in der Kindererziehung
Gewalt ist keine Lösung!

Es muß tatsächlich geschrieben werden: konsequente Erziehung ist NICHT gleich gewalttätige Erziehung! Warum schreibe ich das? Weil ein Artikel (und Reaktionen auf diesen) in der Österreichischen Tageszeitung ‚Die Presse’ zur Gewalt in der Kindererziehung die Frage aufwerfen, welche Haltungen zum Thema 'Gewalt in der Kindererziehung' im Europa des Jahres 2014 eigentlich herrschen. 


Die konservative Wiener Tageszeitung ‚Die Presse‘ titelte letzten Sonntag mit ‚Wer Strafe nicht vollzieht macht sich unglaubwürdig‘. Die Behauptung bezog sich auf die Erziehung von Kindern und traurigerweise auf Konsequenzen, die der Kategorie Gewalt zugerechnet werden müssen. Der Redakteur Wolfgang Greber gab dort eine seither heftig diskutierte Begründung für seine Behauptung. 

 

Am Beispiel der Erziehung seines eigenen Kindes aus (der Name des Sohnes M. wurde in der Zeitung voll ausgeschrieben, online aber später anonymisiert) führt Wolfgang Gräber dann selbstherrlich und über jeden Zweifel und jede Selbstreflektion erhaben in diesem sehr persönlich gehaltenen Essay aus.

 

Doch zunächst beschreibt er seinen dreieinhalbjährigen Sohn fast wie ein Wunderkind , das nicht nur wandern, schwimmen, etwas lesen könne und englische Kinderserien schaue, sondern seinen Mitmenschen stets ‚ein Lächeln ins Gesicht‘ zaubere. Von ‚esoterisch Angehauchten’ werde der Junge gar als ‚Kristallkind‘ bezeichnet, schreibt Wolfgang Greber, der ‚von so Blabla ja wenig‘ hält. Aber irgendwie hätten sie recht. Ein stolzer Vater schwärmt von seinem Sprössling, könnte man meinen.

 

Der Vater eröffnet dem Leser gleich nach seiner offensichtlichen narzisstischen Übertragung die Konsequenzen, wenn es mit seinem Sohn einmal nicht so läuft, wie er es sich vorstellt. Denn bei gewaltfrei erzogenen Kindern spürt er ‚negative Schwingungen‘ und die Neigung zu Rücksichtslosigkeit.

 

Den Glauben an den Erfolg einer gewaltfreien Erziehung hält er für infantil-romantisch. Jedem, der der Gewaltfreien Erziehung noch eine Chance gibt, unterstellt er einen militant-pazifistischen Irrglauben. Er selbst würde das Kind übers Knie legen und am Ohr ziehen, das komme in seiner Erziehung durchaus vor. Die Strafe werde stets nach dem Anzählen eins, zwei, drei, vollzogen. Ohrenziehen gehört bei ihm zur Tagesordnung, zwar nicht fest, aber doch gerne genutzt! Auch Übers-Knie-Legen gehöre zur Praxis jedoch ‚Nur mit leichtem Klopfen; es geht darum, das Kind in eine ‹blöde› Lage zu bringen, die nicht wehtut.’

 

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