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Schwanger und berufstätig
Hallo Baby, tschüss Karriere?

Heidi, unsere glückliche Schwangere (ja genau, die auf dem Schaukelstuhl, die sich lächelnd und sanft den eigenen Bauch streichelt und träumend in die Ferne schaut und üblicherweise gehäuft auf den Fotos der Elternzeitschriften und Ratgeber über die Schwangerschaft und Geburt auftaucht) hat üblicherweise eine akzeptierende und wohlmeinende Umgebung. Ihr Partner, ihre Verwandten, ihre Freunde, ihre KOLLEGEN und ihr CHEF! freuen sich mit ihr über das werdende Leben in ihrem Bauch. Wirklich? Na? Aufgefallen? Die steigende Unwahrscheinlichkeit in der Aufzählung!? 

 

Es gibt eigentlich nur zwei Situationen in denen Frauen ihre Schwangerschaft aus beruflicher Sicht (zumindest vorerst) begrüßen. Einerseits wenn einer Frau ihr Job ohnehin gerade keinen Spaß macht, andererseits wenn sie in ihren Beruf schon so gut Fuß gefasst hat, dass sie getrost für einige Zeit aussetzen kann, ohne den Anschluss zu verpassen. Heutzutage ist jedoch leider nicht gesichert, dass eine Frau nicht zumindest nach einiger Zeit oder einiger Veränderung ihres privaten Umfeldes arbeiten gehen muss. Ebenfalls geändert hat sich die - früher übliche - Perspektive, dass Frauen sich in irgendeiner beruflichen Situation sicher sein können, an ihren bisherigen Arbeitsplatz in die bekannte Situation zurückzukehren. In Anbetracht dieser Veränderungen passt Schwangerschaft somit eigentlich fast nie in die aktuelle Lebenssituation.

 

Leider halten sich Babys nicht an Karrierepläne. Bei vielen werdenden Müttern kommt sofort Angst auf, wenn die Nachricht von der Schwangerschaft mitten in die Probezeit fällt, die werdende Mutter gerade eine Umschulung angefangen hat oder arbeitslos ist oder gerade eine neue Stelle sucht. Oft ist sie gerade dabei sich in ihrem gewünschten Job ein Platz zu erkämpfen. Leider kommt hinzu dass viele Chefs unwirsch auf die Nachricht reagieren und in Extremfällen sogar versuchen die werdende Mutter hinauszuekeln. In einigen Unternehmen ist es gang und gebe die Mütter zunächst widerrechtlich zu kündigen oder sie mit faulen Tricks zu überlisten, damit sie das Unternehmen verlassen müssen.

 

Lass Dich von alldem nicht überrumpeln. Versuche jetzt so konsequent wie möglich Deinen beruflichen Weg weiterzugehen. Nimm etzt im Beruf alle Rechte in Anspruch die Du brauchst. Das gilt natürlich vor allem im Konfliktfall. Wenn Chef oder Kollegen versuchen Dir das Leben zur Hölle zu machen, Dir gekündigt werden soll oder Du auf irgendeine andere Art gemobbt wirst, seitdem man Deine Schwangerschaft zur Kenntnis genommen hat. Akzeptiere keinen scheinbar so günstigen Auflösungsvertrag, keine Kündigung, und kündige auf keinen Fall selbst, wenn Du nicht den rechtlichen Hintergrund genau kennst.

 

Sollten die Konflikte am Arbeitsplatz Dich so sehr belasten, dass Du davon krank wirst, solltest Du Dich nicht scheuen Deinen Arzt darum zu bitten Dich krank zu schreiben. Das ist ein notwendiger Schutz für Dich und Dein Kind. Wenn die Arbeitssituation zu belastend ist, oder die Tätigkeit auf unabsehbare Dauer nicht fortgeführt werden kann, kommt auch ein Beschäftigungsverbot in Frage. Dieses kann ebenfalls der Arzt aussprechen. Sollte der Arzt das Thema abwimmeln wollen, verweise auf das Mutterschutzgesetz. Dieses Beschäftigungsverbot kann sinnvoll sein, wenn am Arbeitsplatz so große seelische und körperliche Belastungen vorliegen, dass Mutter oder Kind dadurch zu Schaden kommen könnten. Es muss nicht für die gesamte Beschäftigung gelten, es kann auch die tägliche Arbeitszeit begrenzen oder nur bestimmte Tätigkeiten ausschließen. Solltest Du Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder sogar Vorwehen haben, lass Dir kein schlechtes Gewissen machen und spiel auf keinen Fall die Heldin. Kein Betrieb geht pleite, weil eine Mitarbeiterin schwanger ist. Im Falle eines Beschäftigungsverbots übernimmt sogar die Krankenkasse die Kosten, so dass Dein Arbeitgeber keinerlei finanzielle Belastungen zu tragen hat.

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