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Warum sollen Babys überhaupt so früh wie möglich durchschlafen?
Schläft es schon durch -

Fortsetzung 

Mit allen Methoden und teilweise mit aller Gewalt wird dann oft an der Erfüllung dieses Ziels gearbeitet. Letztendlich zum Schaden von beiden, Eltern und Kind.
Junge Eltern werden unnötigem Stress ausgesetzt. Sie beginnen sich selbst bzw. sich gegenseitig oft genug unter Druck zu setzen, diesen gesellschaftlich induzierten Erwartungen zu entsprechen. Oft wird sogar eine tägliche Wasserstandsmeldung abgegeben und mögliche Methoden der Verbesserung von Babys Schlafrhythmus laufend diskutiert.

Ist dieses proklamierte Ziel ein sinnvolles? 
Man könnte nämlich auch durchschlafen-müssen des Säuglings nicht als unbedingtes Ziel ansehen, dann hätte man gar kein Problem. 
Nach dem Motto: Kein Ziel – kein Problem. 
Wenn wir von unseren Babys nur das Schlafverhalten erwarten würden, das ihnen biologisch ›eingebaut‹ wurde, dann würde es uns besser gelingen, zufrieden mit ihm und uns zu sein. 

Babys gewöhnen sich erst nach einigen Wochen an den Tag-Nacht-Rhythmus. 
Diejenigen, die natürlicherweise nach wenigen Wochen schon längere Schlafperioden nachts haben, sind die Ausnahme, nicht die Regel. 

Sie benötigen für ihren kleinen Magen bei relativ dünnflüssiger Nahrung häufigere Mahlzeiten als ältere Kinder, auch nachts. 
Aufgrund physiologischer und neurologischer Prozesse werden Babys ihr Schlafbedürfnis von ganz alleine zu einem bestimmten Zeitpunkt dem Tag-Nacht-Rhythmus anpassen und das ist genauso wenig eine großartig beeinflussbare Elternleistung wie die Zeitpunkte anderer Entwicklungsschritte wie krabbeln, stehen und laufen. 
Genauso wie man ihnen später ein Töpfchen hinstellen kann, sie aber erst in der Lage sind, dieses selbst kontrolliert zu nutzen, wie ihr Blasenmuskel dieses zulässt, kann man auf die Durchschlaffähigkeit hoffen und sie sich wünschen, aber keine Erziehungsmethode der Welt wird ein früheres Durchschlafen ermöglichen. 

Ein zweiter Grund für ihre nächtliche Aktivität ist der häufige Körperkontakt, den sie benötigen, um sich zu beruhigen und um sich der Anwesenheit ihrer versorgenden Eltern zu vergewissern. 
Anwesende kuschelnde Eltern in den ersten Monaten geben unzerstörbares Urvertrauen, das eine Menge Aufwand im Frühförderungssektor reduzieren kann. 
Kinder mit starkem Urvertrauen sind resilienter, können Rückschläge einstecken, Druck und Stress besser ertragen, haben ein ausgeprägteres Immunsystem. Die Liste lässt sich endlos fortführen. 

Warum also sollten wir in dieser empfindlichen Phase, mit rückständigen Zielen gefüttert, unbedingt unseren Babys nächtliche Nähe entziehen? Um dann im ewigen Ein- und Durchschlafkampf selbst an die Grenze der Erschöpfung zu gelangen?

Entspannen wir uns, nehmen wir es (zunächst, für ein paar Monate, wortwörtlich) wie es (und später ins Elternbett) kommt. 

Eine erfahrene Hebamme sagte mir einmal zu diesem Thema, sie habe noch nie einen Teenager gesehen, der noch gestillt wird oder nachts nicht durchschläft … Das habe ich auch nicht.

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