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Kann das Display das Kinderbuch ersetzen?
Sind Kinderbücher bald perdu?

Dass sich unsere Welt von Tag zu Tag mehr digitalisiert, ist unbestreitbar und schon vor Jahren wurde allenthalben prophezeit, dass dies der Untergang der Bücher sei. Damit auch der Kinderbücher?

 

Der Zuwachs der digitalen Medien im Bereich der Literatur und Information ist bisher beständig und jährlich werden mittels Tablet, Smartphone und E-Book-Reader mehr und mehr neue und auch alte Schriften in digitalisierten Formaten präsentiert, darunter ebenso Kinderbücher und Drucksachen verschiedener Art.

 

Kann das Display das Kinderbuch ersetzen?

 

Die weitaus meisten Kinderbücher setzen sich aus Schrift und Grafik zusammen, die miteinander verbunden sind, wobei der Text oft nur begleitenden Charakter besitzt. Dazu kommt ein nicht selten großes Format, etwa bei Bilderbüchern, das es den Kindern ermöglicht, die Abbildungen im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen, mit den Händen abzutasten oder mit dem Finger anzutippen. Weit mehr als in der Erwachsenen-Literatur ist das Kinderbuch ein haptisches Erlebnis.

Das lässt sich auf einem digitalen Medium praktisch nicht umsetzen, zumal die Lese-Geräte eigentlich nicht in Kinderhände gehören. Eines Tages wird die 3-D-Technik so weit sein, Bilder plastisch im Raum zu zeigen, aber auch dann wird das „begreifen“ fehlen. Stattdessen setzten die elektronischen Medien auf interaktive Spiele, was im Grunde sogar mehr Sinne anspricht. Hier werden Augen, Ohren und die Motorik beansprucht und verlangen höchste Konzentration, verbunden mit einem Erfolgszwang, etwa das nächsthöhere Level zu erreichen. Ob dies für die kindliche Entwicklung förderlich ist, bezweifeln inzwischen mehr und mehr Menschen, denn auch wenn interaktive Spiele manchmal einen Lerneffekt besitzen können, so fördern sie in keiner Weise die soziale Kompetenz. Die weitaus meisten „Videospiele“ werden allein zu Hause am Rechner gespielt.

 

Einen Mittelweg finden

 

Gut, abgesehen von den Kinderbüchern, aus denen Eltern ihrem Nachwuchs vorlesen, werden auch Bücher meist alleine konsumiert. Doch ein Buch stellt auf einer anderen Ebene den Kontakt zum Kind oder Erwachsenen her. Ein Buch verhilft dem Kind dazu, seine Fantasie zu nutzen, eine Vorstellung aufzubauen, wie die Erzählung umzusetzen ist. Gleichzeitig beinhaltet ein Buch jedoch keinerlei Erfolgszwang und es ist wesentlich preiswerter als etwa ein Tablet, dabei ungefährlich und geht auch nicht kaputt, wenn es mal herunterfällt, was ja nicht nur bei Kindern mal vorkommen soll.

 

Der wohl wichtigste Punkt, der für das Buch und gegen digitale Medien spricht, ist die bereits heute deutlich auszumachende Vereinsamung von Kindern. Sicherlich spielen hier auch andere Faktoren, wie ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis der Eltern, eine Rolle. Unzweifelhaft üben aber auch die Computerspiele eine Macht aus, die dazu führt, das sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene selbst in der Öffentlichkeit weit mehr mit ihren elektronischen Geräten beschäftigen als mit ihrer Umwelt. Ein „echtes“ Buch kann faszinieren, es wird aber nie eine Reizüberflutung auslösen und auch nicht verhindern, dass Kinder mit Gleichaltrigen im Freien spielen. Sicher ist es wichtig, im digitalen Zeitalter mit digitalen Medien umgehen zu können. Soziale Kompetenz ist jedoch weit wichtiger und da ist ein richtiges Buch der bessere Weg.  

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