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Singen macht glücklich und gesund – Musik in der kindlichen Entwicklung
Singt laut, singt falsch, aber mit Begeisterung!

Die positive Wirkung von Musik auf Kinder wird bereits bei Babys und Kleinkindern deutlich: Mit beruhigenden Melodien oder Schlafliedern lassen sie sich (mehr oder weniger) leicht und schnell in einen geborgenen Schlaf singen.

 

Musik wirkt jedoch nicht nur beruhigend, sie liefert auch einen wichtigen Beitrag zur Förderung körperlicher und geistiger Fähigkeiten. Schon im Mutterleib nimmt das Ungeborene Töne wahr. Kleine Kinder bewegen sich rhythmisch zu Musik, sie erleben die Klänge mit dem ganzen Körper, wodurch ihre koordinatorischen und motorischen Fähigkeiten gefördert werden. Auch das Gehirn wird durch Melodien beeinflusst. Sowohl bei der unbewussten Wahrnehmung als auch beim bewussten Musikhören werden im Gehirn verschiedene Reize ausgelöst. Das kindliche Gehirn entdeckt mit jeder neuen Melodie ein anderes Denkmuster. Auf diese Weise wird die Kreativität gefördert. 

 

Die Bedeutung von Kinderliedern für die kindliche Entwicklung

 

Kinderlieder zeichnen sich durch ihre eingängigen Melodien und Texte sowie ihre klare Strukturierung. Meist wechseln sich mehrere Strophen mit einem Refrain ab, der stets wiederholt wird. Die rhythmischen und rhythmisierten Wiederholungen in Melodien und Texten prägen sich bereits bei kleinen Kindern schnell ein. Bei mehrmaligem Hören lernen sie die Lieder nach und nach auswendig und können sie schließlich selbst mitsingen. Auf diese Weise lernen sie spielerisch neue Worte hinzu. Natürlich können Eltern die Freude ihres Kindes an der Musik mit Kinderliedern wecken und fördern. Dies kann einerseits durch das Abspielen der Lieder geschehen. Im Idealfall machen Eltern ihren Nachwuchs jedoch von frühester Kindheit an mit Melodien und Rhythmen vertraut, in dem sie gemeinsam Kinderlieder singen. Und wer sich nicht mehr an viele Lieder der eigenen Kindheit erinnert, findet im Internet viele Anregungen. Zum Beispiel auf der Seite http://www.real.de/kinderlieder finden Eltern und andere Interessierte Texte und Noten von Kinderliedern zum freien Download.

 

Warum Rhythmen gesund sind

 

Das regelmäßige gemeinsame Singen fördert nicht nur Sprachzentrum, Kreativität und Gedächtnis der Kinder. Es regt auch die Freude am Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung an. Zusammen Singen mit den Eltern, Erziehern oder anderen Kindern vermittelt nachgewiesen soziale Fähigkeiten und löst gleichzeitig Glücksgefühle aus. Das stetige Wiederholen, die Rhythmisierung, von Strophe und Refrain gibt den Kindern ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit, was wiederum zur gesunden Entwicklung einer starken, selbstbewussten Persönlichkeit beiträgt. Denn jeder Rhythmus ist lebendig gestaltete Ordnung in der Zeit und deshalb kennzeichnend für alle gesunden Funktionsabläufe. Jeder Organismus lebt im Spannungsfeld von Aufbau und Abbau, von spezifischer Leistung und Erholung. Kein Organismus kann beides gleichzeitig, sondern nur abwechselnd leisten. Dies ist die biologische Grundlage des Rhythmus. Wachen und Schlafen, Ermüden und Regenerieren, Leistung und Erholung, Einatmen und Ausatmen...

 

Gesundheit ist an eine intakte rhythmische Ordnung der Lebensfunktionen gebunden. Störungen dieser Ordnung bei Krankheiten sind mehrfach nachgewiesen. Diese Ergebnisse bestätigen Rudolf Steiners: „Das ganze rhythmische System ist ein Arzt“. Dieses trifft besonders dann zu, wenn wir beobachten, wie sehr unsere gesellschaftliche Lebensweise von natürlichen Rhythmen abgekommen ist. Früher, durch eine der Natur nähere Lebensweise, waren Kinder von klein auf  intensiver in gelebte tages- und jahreszeitlichen Rhythmen eingebunden und haben gesundes Gleichgewicht durch Rhythmen automatisch durch Nachahmung gelernt.

 

Wissenschaftliche Studien zum Einfluss von Musik auf die kindliche Entwicklung

 

Neurophysiologen und Musiktherapeuten beschäftigen sich schon lange mit dem Einfluss von Musik auf das kindliche Gehirn. So wurden in der Vergangenheit verschiedene wissenschaftliche Studien mit Kindern durchgeführt. Dabei wurden in Langzeituntersuchungen die Fähigkeiten von Kindern, die musikalische Früherziehung genossen, mit denen von Kindern, die herkömmliche Kindertagesstätten besuchten, verglichen. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass musikalisch geförderte Kinder eine bessere soziale Kompetenz, Lern- und Leistungsmotivation aufwiesen als ihre Altersgenossen. Sie zeigten mehr Kreativität als andere Kinder und konnten besser mit Angstgefühlen und Konzentrationsschwächen umgehen. Eine aktuelle Studie der Freien Universität Berlin beweist zudem, dass Musik auf mit Emotionen in Verbindung stehende Gehirnstrukturen einwirkt und somit Stimmungen und Emotionen hervorrufen und verändern kann. Töne sind Schwingung, ebenso wie Emotionen, darum lässt sich durch schöne Musik ganz biophysikalisch die Stimmung erhöhen. Sie verbessert somit nicht nur die emotionale Befindlichkeit von Kindern, sondern spielt auch als Musiktherapie bei neurologischen, psychologischen und psychischen Störungen eine wichtige Rolle.

 

Singen ist ein Gesundheitselixier

 

Beim natürlichen Singen, so wie einem Stimmlippen und Kehlkopf gewachsen sind, wird auf ganz natürliche Weise unsere Zwerchfell-Atmung und damit die gesunde Vollatmung aktiviert. Dadurch werden das Gehirn und alle Körperorgane bis in jede Zelle besser mit Sauerstoff versorgt. Der Organismus wird entgiftet und die Entspannung gefördert. Besonders das Singen einfacher Lieder ohne Noten, wie zum Beispiel Kinderlieder oder auch Mantra-Singen, führt zu einer Verlangsamung der Atmung mit entsprechender Entspannungswirkung, der sogenannten Relaxation Response.

 

Dabei verlangsamen sich unsere Gehirnwellen vom normalen schnellen Beta-Rhythmus in den Alpha-Bereich und der Ruhenerv, der Parasympathikus, wird aktiviert. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems ist für die Steuerung der meisten inneren Organe und des Blutkreislaufs verantwortlich, er dient dem Stoffwechsel, der Regeneration und dem Aufbau körpereigener Reserven und sogt für Ruhe, Erholung und Schonung.

 

Wie macht das Singen glücklich?

 

Regelmäßiges Singen versetzt uns demnach in eine gelöste, gehobene Stimmung und reduziert Angstgefühle und Schmerzen. Die hormonellen „Glücksindikatoren“ Serotonin, Noradrenalin und die Beta-Endorphine steigen im Blut, wenn man singt. Außerdem produzieren Herz und Gehirn mehr Oxytocin (wird bei der Geburt, beim Stillen und bei Zärtlichkeit und Nähe ausgeschüttet und löst intensive Gefühle von Verbundenheit und Liebe aus). Gleichzeitig werden die Stresshormone Kortisol und Adrenalin abgebaut und durch eine intensive Ausschüttung von Immunglobulin A wird das Immunsystem unterstützt. Viele weitere gesunderhaltende Prozesse sind noch nicht endgültig erforscht aber nachweisebar. Also dann: Der Vogel singt und fragt nicht wer ihm lauscht....

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