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Einen Kindergartenplatz suchen und finden...
Vom Wartelisten-Frust zum Kitaplatz-Glück

Einen passenden Kindergartenplatz zu finden, ist vor allem eins: Glückssache! Dennoch lohnt sich eine gute Vorbereitung. 

 

Wenn Freunde und Bekannte dazu raten, sich möglichst schon in der Schwangerschaft um einen Kindergartenplatz zu bemühen, klingt das für viele werdende Eltern geradezu absurd. Das Kind ist noch nicht mal auf der Welt und schon soll man sich für die passende Betreuungsform entscheiden? Das ist fast so, als würde man ein Kleid schneidern, ohne vorher Maße zu nehmen. Tatsächlich sollte die Empfehlung aber durchaus ernst genommen werden. Trotz Rechtsanspruch sind die Betreuungsplätze in Großstädten immer noch sehr rar. Da kann es schon mal sein, dass man gleich mehrere (und teils auch harsche) Absagen hintereinander kassiert oder erst gar nicht auf die heißbegehrte „Warteliste“ kommt. Manche Kitas melden sich aufgrund der großen Bewerberflut auch überhaupt nicht mehr zurück. Da hilft nur hartnäckig bleiben! 

 

Abgesehen von dem insgesamt zu geringen Betreuungsangebot, unterscheiden sich die Kindergarten- und Betreuungsplätze teilweise stark in ihrer Qualität. Da unsere Liebsten dort einen Großteil ihrer Zeit verbringen werden, sollte man sich jede Einrichtung vor der Anmeldung genau ansehen. In Deutschland haben wir Eltern die Wahl zwischen kommunalen, öffentlichen und privaten Trägern und einer Vielzahl von unterschiedlichen pädagogischen Konzepten. Zu den bekanntesten gehören die Fröbel-, Montessori-, Waldorf-, Reggio- und die Integrative-Pädagogik, sowie Wald- und Naturkindergärten. Eine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen pädagogischen Stilen lohnt sich in jedem Fall. Vor allem aber bei den glücklichen Eltern, die einem konkreten Bewerbungsgespräch entgegensehen. Bei Waldorf-Kindergärten kann es nämlich sogar ein deutliches Ausschlusskriterium sein, wenn die Eltern mit dem Namen Rudolf Steiner nichts anfangen können. 

 

Neben der grundsätzlichen Frage, welches Konzept bevorzugt wird, sind wichtige Entscheidungskriterien auch der Betreuungsschlüssel, die fachliche Qualifikation der Erzieherinnen und insbesondere auch deren Fähigkeiten, sich auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzustellen. Um sich ein Bild zu machen, helfen Gespräche mit den jeweiligen Einrichtungen. Diese finden in der Regel vor Ort statt, damit die Eltern möglichst viele Eindrücke sammeln können und diese Chance sollte gut genutzt werden. Manche Kindergärten bieten auch eine Art Elternhospitation an, bei der die Eltern dem Kindergartenalltag für ein paar Stunden „beiwohnen“ dürfen. Es ist hilfreich, sich vor der Kindergarten-Besichtigung ein paar Fragen aufzuschreiben, wie etwa: 

 

  • Wie viele Kinder werden jeweils von einem Erzieher betreut? 
  • Wie groß sind die Gruppen? 
  • Wie ist der Kindergartenalltag organisiert bzw. strukturiert? 
  • Welche Angebote werden den Kindern gemacht (Musik, toben und klettern, basteln)? 
  • Sind die Gruppen altersgemischt? Und wenn ja, welche Philosophie steht dahinter? 
  • Wie gehen die Erzieher mit Konflikten unter den Kindern um? 
  • Haben die Kinder Möglichkeiten zum Rückzug? 
  • Welcher Wert wird auf die räumliche Gestaltung gelegt? 
  • Wie wird für die Kinder Wohlfühl-Atmosphäre geschaffen? 
  • Wie wird die Eingewöhnungszeit geregelt und wie wird damit umgegangen, wenn das Kind in der Umstellungsphase mit Ablehnung reagiert? 
  • Wie werden die individuellen Besonderheiten der Kinder im Kindergartenalltag berücksichtigt? 

 

Grundsätzlich haben Eltern natürlich ganz unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung und auch Kinder sind in ihrem Verhalten sehr unterschiedlich. Das wichtigste ist daher, dass sich die Eltern in der Betreuungseinrichtung selbst wohlfühlen, in der sie ihr Kind anmelden. Denn nur so können sie ihren Kindern Sicherheit und das Gefühl vermitteln, dass alles in Ordnung ist. 

 

Letztendlich geht es auch nicht nur darum, dass das Kind die richtigen Rahmenbedingungen erhalten soll, sondern auch die Eltern. Um nicht in Stress zu geraten, gibt es daher auch auf der organisatorischen Seite einiges zu beachten. Für berufstätige Eltern können beispielsweise wichtige Kriterien sein, dass der Betreuungsplatz zuverlässig und wenig störanfällig, zeitlich flexibel, wohnort- oder betriebsnah ist. 

 

Leider kann man von Glück reden, wenn sich überhaupt ein Teil der gewünschten Voraussetzungen erfüllt. Meistens muss man daher abwägen. Aber auch wer nicht auf anhieb einen „stimmigen“ Betreuungsplatz findet, sollte nicht verzweifeln, sondern nach Alternativen suchen. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, das Kind erst einmal bei einer Tagesmutter anzumelden und zu einem späteren Zeitpunkt zu wechseln. Denn für die über Dreijährigen stehen pro Kopf mehr Kindergartenplätze zur Verfügung. Und für die ganz kleinen kann die übersichtliche Betreuungssituation auch ein großer Vorteil sein. 

 

 

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