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Überwindung der Ängste während der Schwangerschaft
Neun Monate großes Glück?

Von werdenden Eltern erwartet alle Welt reines Glück. Dabei ist die Zeit der Schwangerschaft nicht nur von freudiger Erwartung geprägt. Viele Frauen und oft auch die Männer werden von Zweifeln, Sorgen und Ängsten heimgesucht.


Wie sieht eine schwangere Frau aus? 
Auf jeden Fall glücklich! Sie sitzt im Schaukelstuhl (Sessel oder alternativ auf dem nostalgischen Fahrrad), schaut lächelnd und träumend in die Ferne und streichelt sanft ihren gerundeten (und nur dieser ist gerundet) Babybauch. Oft wird sie dabei auch noch von ihrem ebenfalls lächelnden, gut aussehenden Ehemann fürsorglich im Arm gehalten. 


 

Von Problemen des Alltags, der Partnerschaft und der Schwangerschaft erscheint sie völlig befreit. 
Wirklich oder ein Klischee? Natürlich, aber wie in jedem Klischee steckt auch in diesem ein wahrer Kern. Manche Frauen berichten tatsächlich, dass es Ihnen in diesen neun Monaten so gut wie noch nie in ihrem Leben ging. Schwangeren- und Elternglück pur. 
Sie fühlen sich nicht nur gut gelaunt, sondern fast unverletzlich und sind nicht aus der Ruhe zu bringen gewesen.

 

Getoppt vom Höhepunkt einer schönen Geburt erscheinen diese Darstellungen manchen Müttern, die Schwangerschaft und Geburt von der genau anderen Seite erlebt haben, oft wie eine Mischung aus Märchen und blankem Hohn. 
Kaum eine Frau fühlt sich vom ersten bis zum letzten Tag der Schwangerschaft so wunderbar.

 

Im Gegenteil Freude, Wut, Zuversicht, Zweifel und Angst lösen einander häufig in ungewohnt schnellem Wechsel ab. Und das hat gewichtige Gründe: Die Partnerschaft gerät in eine Krise, der Chef ist sauer, die Schwangerschaftsbeschwerden machen jeden Tag zur Last, oder die werdende Mutter ist sich gar nicht sicher, ob sie dieses Kind überhaupt haben möchte.

 

Aber selbst wenn das Kind gewollt ist, wenn sich das Paar gut versteht und die Schwangerschaft körperlich ganz ohne Komplikationen verläuft, werden viele Frauen oft von Unsicherheiten, Ängsten und Zweifeln geplagt. Oft fühlen Sie sich sogar zusätzlich schuldig, weil sie meinen, dem Klischee-Bild der glücklichen Schwangeren entsprechen zu müssen! Dabei haben diese widersprüchlichen Gefühle und Ängste in der Schwangerschaft gute Gründe. 


 

Jede Eltern machen sich natürlich Sorgen, ob das Kind gesund auf die Welt kommen wird. Die Möglichkeiten der Früherkennung und Behandlung von Erkrankungen im Mutterleib sind noch nie so groß gewesen wie heute. Diese Möglichkeiten haben aber auch eine Schattenseite: Da wir mehr darüber wissen was dem Kind passieren könnte, haben wir auch mehr Angst davor.

 


Eine Menge Konflikte angehender Mütter entstehen durch die Notwendigkeit sich zwischen Beruf und Familie entscheiden zu müssen, die Fragen: Was wird aus meinen Job? Wie wird mein Chef reagieren? Werde ich nach der Babypause wieder einsteigen können? Wie kommen wir finanziell zurecht? Wie werde ich als Mutter sein? Wie wird der Alltag als (berufstätige) Mutter sein? 


 

Auch die körperlichen Veränderungen zeigen oft schon in der Frühphase der Schwangerschaft, dass nun nicht mehr alles so einfach ist wie zuvor. Übelkeit und Erbrechen sind oft die ersten Schwangerschaftsbeschwerden, aufgrund derer eine Schwangere merkt, dass ihr Körper nun zumindest für eine gewisse Zeit nicht mehr ganz derselbe ist wie vorher und auch nicht mehr ganz ihr selbst gehört.


 

Auch oft schon früh wahrnehmbare und auch sichtbare körperliche Veränderungen – wie die oft unbremsbar erscheinende Gewichtszunahme – lassen Fragen nach der eigenen Attraktivität und oft auch der Sexualität während und nach der Schwangerschaft aufkommen.


 

Nicht zuletzt das Ende der Schwangerschaft, die Geburt, löst bei vielen Schwangeren die größte Angst aus. Die starken Schmerzen und die Unausweichlichkeit – für viele Frauen auch das Gefühl, dem Alltag und dem Personal im Krankenhaus hilflos ausgeliefert zu sein – stehen dabei im Vordergrund. Das Geburtsrisiko ist in unseren Breitengraden für Mutter und Kind relativ gering, doch die Schmerzen sind ein ausreichender Grund, die mit Abstand größte Angst vor der Schwangerschaft zu sein. Eine gute Hebamme, eine gute Geburtsvorbereitung und Vorbereitung auf das Wochenbett, auf die Mutterschaft insgesamt und sogar auf die Rückkehr in den Beruf sind gute Möglichkeiten, die Ängste zu mildern.

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